Herz und Visionär von Tierrfino

Carl Giskes

„Ich wollte schon immer den Gebrauch von Lehm modernisieren, um Lehm seinen Platz in der heutigen Welt zu verschaffen.“ Im Jahr 1999 verputzt Carl Giskes rund 5800 Quadratmeter seines Tierrfino-Lehmputzes auf Türme, Pavillons und eine Mauer rund um das EXPO-Projekt der „Gärten im Wandel“.

Der Weltenbummler Carl Giskes (*1949) war erst 21 Jahre alt, als der gelernte Graveur und Pflastersteinleger während seiner siebenjährigen Afrikareise am Ufer des Niger die Handelsstadt Djenné entdeckte. 1988 wurde das 1000-jährige Djenné, Zentrum mittelalterlicher Lehmarchitektur und wohl größter und schönster Lehmbau in der Sahelzone, von der UNESCO als Weltkulturerbe gewürdigt und geschützt . Giskes Bewunderung und Leidenschaft für Djenné entfachte den Wunsch, mit Lehm zu arbeiten.

Carl Giskes vereinbart Kunst, handwerkliche Kompetenz, Kreativität und Wissenschaft mit dem Wunsch, ein naturnahes Leben mit Lehm zu ermöglichen. Als einer der ersten erschloss er den europäischen Markt für Lehmputze und -farben.

Carl Giskes

In den frühen Jahren seines Schaffens produzierte und verantwortete Carl Giskes für Joseph Beuys beispielsweise die Aktion „Milch und Honig auf dem Felsen“ auf der Dokumenta VII in Kassel (1982). Dort begegnete Giskes dem Lehmbau-Architekten Klaus Johannes Eckert, erster Professor für Lehmbau an der Universität Kassel, mit dem er bis heute eng zusammen arbeitet.

Im Sommer 1989 experimentierte Carl Giskes erstmals mit Mixturen aus Sand und Lehm. „Meine Motivation ist es, gesunde Häuser zu bauen“, schreibt Carl Giskes bereits Ende der 80er Jahre. In den Jahren von 1990 bis 2000 widmete sich Giskes der Forschung und Produktion innovativer Lehmprodukte für den Bau nachhaltiger, ökologischer Gebäude. Carl Giskes hat eine Professur an der FIU Amsterdam inne. 

Heute ist das Büro in seiner Wahlheimat Amsterdam Drehscheibe seines Schaffens als Direktor der „Leembouw Nederland“ und Produzent der Marke Tierrafino Niederlande. Dass eine der Lehmfarben den Namen Djenné trägt, scheint selbstverständlich. Carl Giskes ist verheiratet und Vater von fünf Kindern.

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